Hatten Sie mehr als
einmal Zustände oder Anfälle, bei denen Sie sich plötzlich voller
Angst, beklommen oder unbehaglich fühlten, auch in Situationen, in denen
die meisten Leute nicht so reagiert hätten?
Hatten Sie Herzrasen
oder starkes Herzklopfen?
Schwitzten Sie oder
hatten Sie feuchte Hände ?
Litten Sie unter
Zittern oder Muskelzucken ?
Hatten Sie das Gefühl
von Kurzatmigkeit oder Atemnot?
Hatten Sie
Erstickungsgefühle oder einen Kloß im Hals?
Hatten Sie Schmerzen
oder ein Druck- oder Beklemmungsgefühl in der Brust?
Litten Sie unter
Übelkeit oder plötzlich auftretende Magen-Darm-Beschwerden?
Fühlten Sie sich
benommen, unsicher, schwindelig oder der Ohnmacht nahe?
Empfanden Sie die
Dinge in Ihrer Umgebung eigenartig, unwirklich oder ungewohnt? Oder
fühlten Sie sich selbst ganz oder teilweise losgelöst bzw. außerhalb Ihres
Körpers?
Hatten Sie Angst,
verrückt zu werden oder die Kontrolle über sich zu verlieren?
Litten Sie unter
Todesangst?
Hatten Sie Kribbeln
oder Taubheitsgefühle?
Litten Sie unter
Hitzewallungen oder Kälteschauern?
Die oben genannten Symptome sind typische Symptome einer
Panikattacke. In einem Gespräch mit einem Psychotherapeuten oder Arzt kann geklärt
werden, ob eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt.
Panikattacken können bei einer
Panikstörung, einer Agoraphobie und bei anderen Angststörungen auftreten.
Panikattacken und alle
Angststörungen können erfolgreich behandelt werden. Kognitive
Verhaltenstherapie hat sich als besonders wirksam erwiesen.
Angststörungen
Phobische Störungen:
Eine Gruppe von Störungen, bei der Angst
ausschließlich oder überwiegend durch eindeutig definierte, eigentlich
ungefährliche Situationen hervorgerufen wird. In der Folge werden diese
Situationen typischerweise vermieden oder mit Furcht ertragen. Die Befürchtungen
des Patienten können sich auf Einzelsymptome wie Herzklopfen oder Schwächegefühl
beziehen, häufig gemeinsam mit sekundären Ängsten vor dem Sterben,
Kontrollverlust oder dem Gefühl, wahnsinnig zu werden. Allein die Vorstellung,
dass die phobische Situation eintreten könnte, erzeugt meist schon
Erwartungsangst. Phobische Angst tritt häufig gleichzeitig mit Depression auf.
Ob zwei Diagnosen, phobische Störung und depressive Episode, erforderlich sind,
richtet sich nach dem zeitlichen Verlauf beider Zustandsbilder und nach
therapeutischen Erwägungen zum Zeitpunkt der Konsultation.
Agoraphobie:
Eine relativ gut definierte Gruppe von Phobien,
mit Befürchtungen, das Haus zu verlassen, Geschäfte zu betreten, in
Menschenmengen und auf öffentlichen Plätzen zu sein, alleine mit Bahn, Bus oder
Flugzeug zu reisen. Eine Panikstörung kommt als häufiges Merkmal bei
gegenwärtigen oder zurückliegenden Episoden vor. Depressive und zwanghafte
Symptome sowie soziale Phobien sind als zusätzliche Merkmale gleichfalls häufig
vorhanden. Die Vermeidung der phobischen Situation steht oft im Vordergrund, und
einige Agoraphobiker erleben nur wenig Angst, da sie die phobischen Situationen
meiden können.
Soziale Phobien:
Furcht vor prüfender Betrachtung durch andere
Menschen, die zu Vermeidung sozialer Situationen führt. Umfassendere soziale
Phobien sind in der Regel mit niedrigem Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik
verbunden. Sie können sich in Beschwerden wie Erröten, Händezittern, Übelkeit
oder Drang zum Wasserlassen äußern. Dabei meint die betreffende Person manchmal,
dass eine dieser sekundären Manifestationen der Angst das primäre Problem
darstellt. Die Symptome können sich bis zu Panikattacken steigern.
Spezifische (isolierte) Phobien:
Phobien, die auf eng umschriebene
Situationen wie Nähe von bestimmten Tieren, Höhen, Donner, Dunkelheit, Fliegen,
geschlossene Räume, Urinieren oder Defäkieren auf öffentlichen Toiletten, Genuss
bestimmter Speisen, Zahnarztbesuch oder auf den Anblick von Blut oder
Verletzungen beschränkt sind. Obwohl die auslösende Situation streng begrenzt
ist, kann sie Panikzustände wie bei Agoraphobie oder sozialer Phobie
hervorrufen.
Panikstörung [episodisch paroxysmale
Angst] Das wesentliche Kennzeichen
sind wiederkehrende schwere Angstattacken (Panik), die sich nicht auf eine
spezifische Situation oder besondere Umstände beschränken und deshalb auch nicht
vorhersehbar sind. Wie bei anderen Angsterkrankungen zählen zu den wesentlichen
Symptomen plötzlich auftretendes Herzklopfen, Brustschmerz, Erstickungsgefühle,
Schwindel und Entfremdungsgefühle (Depersonalisation oder Derealisation). Oft
entsteht sekundär auch die Furcht zu sterben, vor Kontrollverlust oder die
Angst, wahnsinnig zu werden. Die Panikstörung soll nicht als Hauptdiagnose
verwendet werden, wenn der Betroffene bei Beginn der Panikattacken an einer
depressiven Störung leidet. Unter diesen Umständen sind die Panikattacken
wahrscheinlich sekundäre Folge der Depression.
Generalisierte Angststörung
Die Angst ist generalisiert und
anhaltend. Sie ist nicht auf bestimmte Umgebungsbedingungen beschränkt, oder
auch nur besonders betont in solchen Situationen, sie ist vielmehr "frei
flottierend". Die wesentlichen Symptome sind variabel, Beschwerden wie ständige
Nervosität, Zittern, Muskelspannung, Schwitzen, Benommenheit, Herzklopfen,
Schwindelgefühle oder Oberbauchbeschwerden gehören zu diesem Bild. Häufig wird
die Befürchtung geäußert, der Patient selbst oder ein Angehöriger könnten
demnächst erkranken oder einen Unfall haben.